2018 wurde Villach die erste Kärntner Faschings-Landeshauptstadt 

Die Geschichte der Villacher Faschings
1867 Am Faschingsdienstag im Jahr 1867 fand laut dem städtischen Museum der erste bekannte „Villacher Fasching“ mit einer „gelungenen Corsofahrt“ seinen Abschluss. Der Chronist vermerkte ausdrücklich Hunderte maskierte Teilnehmer.
 
1908 Nach der Jahrhundertwende war es dann die „Bauerngman Villach“, die seit Ihrer Gründung im Jahr 1908, als glanzvolle Faschingsveranstaltung alljährlich den „Villacher Bauernball“ durchführte, zu dem Besucher aus allen Landesteilen strömten.
 
1955 Als in diesem Jahre aus dem Bauernball der „Villacher Fasching“ neuer Zeitrechnung entstand, konnten die damaligen Initiatoren – Bauerngman Villach – kaum voraussehen, welches gesellschaftliche Ereignis damals im Rahmen des Faschingsgeschehens begründet wurde.
 
1956 In diesem Jahr fand kein Umzug statt, da wegen des Todes von Altbundespräsident Wilhelm Miklas Staatstrauer verordnet war.
 
1961 Angeregt durch die große Faschingsbegeisterung der Villacher Bevölkerung wurde 1961 als kulturelle Ergänzung nach der Idee von Medizinalrat Dr. Herbert Hinrichs und DDr. Heinrich Erlach die „Villacher Faschingssitzung“ erstmals in der Arbeiterkammer durchgeführt. Es blieb Heinz Jochen Rabe vorbehalten, diese Idee mit Feuereifer zu verwirklichen. Ihm gelang es durch seine nimmermüde Arbeit und den Idealismus aller Beteiligten die Faschingssitzungen aus der Taufe zu heben.
Bei dieser ersten Faschingssitzung im Jahre 1961, welche bereits im Rundfunk übertragen wurde, war um die Eintrittskarten allerdings noch nicht so ein „Griß“ wie heute; jeder „Bauer“ der Bauerngman Villach mußte zehn Eintrittskarten kaufen und den Weiterverkauf garantieren. Starke Vereinsgruppen wie der Villacher Turnverein, der kaufmännische Gesangsverein, der Touring-Club sowie zahlreiche Einzelpersonen stellten die damaligen Akteure. Der inzwischen gegründete „närrische Ministerrat“ führte ein Jahr später bereits fünf Faschingssitzungen mit über 100 Akteuren durch und die Idee „Fasching in Villach – Villach im Fasching“ konnte am Faschingssamstag verwirklicht werden.
 
1963 Das Österreichische Fernsehen übernahm erstmals Ausschnitte aus einer Faschingssitzung.
 
1966 In diesem Jahr wurde die „Villacher Faschingsgilde“ aus der „Bauerngman Villach“ herausgelöst und ein selbstständiger Verein gegründet.
 
1965/66 Nach dem Beitritt der „Villacher Faschingsgilde“ zum „Bund Österreichischer Faschingsgilden“ zu Beginn des Jahres 1965 wurde im Jahre 1966 der große österreichische „Verbandstag mit Herz“ auf der Ruine Landskron durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt war Josef Binder der Villacher Gilde der 1. Präsident des „Bundes Österreichischer Faschingsgilden“.
 
1972 Ab dem Jahre 1972 wurden die Faschingssitzungen im neu gebauten Kongreßhaus veranstaltet.
 
1975 Ehrenhafte Anerkennung wurde den Villacher Narren im Jahre 1975 durch die Verleihung des „Ettlinger Narrenbrunnenpreises“ zuteil. Kein geringerer als Oberstaatsanwalt Dr. Hans Sachs aus Nürnberg hielt die Laudatio und zahlreiche Spitzenfunktionäre des deutschen Karnevals würdigten die Leistungen Villachs.
 
1978 Nach vielen Jahren ehrenamtlicher Vereinsarbeit übergab Medizinalrat Dr. Herbert Hinrichs die Agenden als Gildenkanzler an Ing. Gernot Bartl und wurde Ehrenkanzler der „Villacher Faschingsgilde“.
 
1980 Villach feierte seinen 25. Fasching neuer Zeitrechnung. Ein historisches Jahr also – mit einem sehr erfreulichen Aspekt: Heinz Jochens „Narrentafel“ und die Gilde fanden wieder zueinander. Drei Jahre der Trennung sind vorbei. Die Freude an der Zusammenarbeit ist echt – von beiden Seiten. Prangerredner und Akteure früherer Glanzsitzungen haben in einer Festsitzung nochmals die Geschichte der „Villacher Faschingsgilde“ Revue passieren lassen.
 
1993 In diesem Jahre konnte mit dem ORF gemeinsam 30 Jahre Übertragung der „Villacher Faschingssitzung“ gefeiert werden. Somit gehört der „Villacher Fasching“ zu den ältesten, wiederkehrenden Programmpunkten im österreichischen Fernsehen.
 
1994 Ab dem Jahre 1994 wurden vom ORF neben den normalen Übertragungen der Kindersitzung und des Programmes für Erwachsene ein Zusammenschnitt der Ausstrahlungen der letzten Jahrzehnte gesendet.
 
1995 Anläßlich des 40-igsten Jubiläums im Jahre 1995 wurde das Buch „LEI-LEI – 40 Jahre Villacher Fasching“ herausgebracht. Die Stadt Villach und das Land Kärnten verliehen der „Villacher Faschingsgilde“ das Recht, das Stadtwappen bzw. das Landeswappen zu führen.
 
1996 Im Jahre 1996 und im Jahre 1999 erfolgte die Aufführung der Faschingssitzung, bedingt durch den Umbau des Congress-Centers Villach, im kleinen Rahmen wieder in der Arbeiterkammer am Kaiser-Josef-Platz. Ab 11.11.1996 kam von der Firma Polygram ein Video, entstanden in Zusammenarbeit zwischen ORF Wien und der „Villacher Faschingsgilde“, mit dem Titel „Villacher Fasching – Höhepunkte von 1963 – 1996“ zum öffentlichen Verkauf.
 
2001 Das „Gildenhaus“ konnte im Oktober 2001 seiner Bestimmung übergeben werden. Den Mitgliedern der „Villacher Faschingsgilde“ stehen auf 682 m² Fläche in drei Geschoßen großzügige Räumlichkeiten für die Gestaltung des Faschings in Villach und für die Gemeinschaftspflege zur Verfügung.
 
2003 Seit 40 Jahren wird der „Villacher Fasching“ im österreichischen Fernsehen im Hauptabendprogramm in verschiedenen Fassungen übertragen und zwar mit den höchsten Einschaltziffern des Jahres.
 
2005 Am 2. Februar 2005 gab es die erste Open-Air-Sitzung am Villacher Hauptplatz mit zirka 6.000 Zusehern. Nach vielen Jahren ehrenamtlicher Vereinsarbeit übergab Ing. Gernot Bartl die Agenden als Gildenkanzler an Walter Rudka und wurde Ehrenkanzler der „Villacher Faschingsgilde“. Im Zuge des Jubiläums erschein auch das Buch „Lei-Lei 50 Jahre Villacher Fasching“.
 
2008 Die Stadt Villach widmete der „Villacher Faschingsgilde“ einen lebensgroßen, bronzenen Harlekin, welcher an der Draubrücke „narrt“ und durch seinen Aufstellungsort in der Nähe des Congress Center Villachs an die „Heimat“ der „Villacher Faschingsgilde“ erinnern soll.
 
2009 Die „Villacher Faschingsgilde“ erscheint mit einem komplett neuen, modernen Webauftritt im weltweiten Netz.
 
2011Manfred Tisal, bekannt als EU-Bauer, erhält als erster nicht-deutscher Faschingsakteur den begehrten Narrenbrunnenpreis der Narrengilde Ettlingen. Dies ist der höchste Preis, der in Narrenkreisen verliehen wird – somit der „Narren-Oscar“. Gründung der „Villacher Faschings GmbH“. Diese zeichnet sich in erster Linie für den Faschingssamstag verantwortlich.
 
2013 „50 Jahre Villacher Fasching im ORF“. Dies wurde am 21. Jänner 2013 im Metropol in Wien gebührend gefeiert. Die „Lei-Lei-thek“ wird online geschalten. Unter http://www.leileithek.at/ findet man in diesem europaweit einzigartigen Medienarchiv fast alle Fernsehaufzeichnungen der letzten 50 Jahre, sowie die jeweiligen Programmhefte. So können Faschingsfans in aller Welt den  „Villacher Fasching“ genießen.
 
2015 Walter Rudka tritt als Kanzler der Gilde zurück. Ehrenkanzler  Ing.Gernot Bartl übernimmt für zwei Jahre wieder das Zepter der Villacher Faschingsgilde.
 
2017 Ehrenkanzler Ing. Gernot Bartl übergibt die Agenden der Gilde an  Ing. Günther „Kuno“ Kunz. Einführung der Lei-Lei-Card.2018 Die Mutter der Villacher Faschingsgilde wird im 111 Jahr ihres Bestehens zum Prinz Fidelius LXIV. (vertreten durch elf Prinzen) ernannt. Am 11.11.2018 wird Villach durch den Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser und BÖF-Landespräsident Bruno Arendt zur 1.Kärntner Faschings-Landeshauptstadt ernannt.
 
2019 Ing. Karl Glanznig wird neuer Kanzler der Villacher Faschingsgilde.